Freitag, März 03, 2006

Stangenfieber


Kaum wieder da, schon wieder in full effect. Um meine Rückkehr nach München zu zelebrieren, ging ich gestern mit Roman aus. Die Leute die wir in einer Bar trafen (und mit denen wir auch quasi verabredet waren) wollten dann noch un-be-dingt in den Table Dance. Naja, wieso nicht, war ich ja lang nicht mehr. Good clean fun

Wir also alle zusammen in Münchens bekanntesten Table Dance. Die Tänzerinnen waren ok bis so lala. Der einzige männliche Tänzer hatte einen weiblichen Fan, der ihm den Abend nicht mehr von der Seite wich (und die, ganz offensichtlich, alles andere als "sein Style" war). Nix besondere also. Dennoch hat der Abend mich an zwei Sachen erinnert:

1. Ich war mal in San Francisco unterwegs um da fürs DSF zu drehen. Wir sind dann eines Mittags auf Erkundungstour gegangen. Natürlich erstmal durch Chinatown (wo ich mir blind eine chinesische CD kaufte, die so einen Hammersong hat...muss ich vielleicht mal posten..), muss man ja gesehen haben. Wenn man durchs Asiaviertel durch ist, kommt man nach Little Italy. Wir hatten bereits gegessen, es war mittags gegen 14 Uhr, was macht man also? Man geht natürlich in den Laden dessen Eingangstür "Komm rein!" ruft und der auf den sang und klangvollen Namen "Al Capone" hört. Nun ist es in der Tat etwas merkwürdig mittags um 2 nüchtern in Frisco in einen Stripschuppen zu gehen. Aber es lohnt sich. Wir kamen in eine Halle, ca. acht Meter Deckenhöhe. Darin einige Sofas (ähnlich angeordnet wie so Esszimmersitzecken im Gelsenkirchener Barock) und vor jeder dieser Sofaecken eine Stange bis zur Decke. Ja. Acht Meter hohe Stangen. Eine junge Asiatin kam zu unserer Stange (Commentkalauervermeidungsnotiz: Ja, unserer nicht unseren.). Körperlich wurde da wohl etwas nachgeholfen, sah aber trotzdem Spitze aus. Sie tanzte ein bischen, sehr nett anzusehen. Aber dann holte sie zum Final Punch aus. Sie kletterte die Stange bis zur Decke (Reminder: 8 Meter!)und schon das reine Hochklettern sah grazil und sexy aus. Oben angekommen schwang sie die Beine über Kreuz um die Stange, warf den Oberkörper nach hinten und drehte sich gaaaaanz langsam Spiralförmig hinab. Haben wir vorher noch rumgealbert so sah man uns jetzt mit weit offenden Kinnladen und aus dem Kopf tretenden Augen in ehrfürchtigem Schweigen verharren. Irgendwie war danach nichts mehr wie vorher.

2. In dem Münchner Table dance war ich auch einmal mit einem Iren den ich in einer Hotelbar kennenlernte. Ich glaube der magischste Ort der Welt sind Hotelbars. Irgendwie lernen sich da komische Leute kennen, irgendwie haben Abende an solchen Theken etwas magisches. Irgendwie ist da Zeit und Raum aufgehoben. Irgendwie treffen sich da gestrandete Leute, die nicht alleine sein wollen. Irgendwie wird da alles egal. Man weiss: Mir kann nichts passieren, denn de facto schlafe ich über dieser Bar! Ich muss nirgendwo mehr hin. Wenn ich jemals eine eigene Bar aufmachen würde, was - das kann ich mit nahezu 200 prozentiger Sicherheit sagen - nie passieren wird, dann würde ich sie im Stil Look einer Hotelbar machen. Denn da ist alles zu Hause.

Aber eine Hotelbar mit acht Meter hohen Stangen sähe irgendwie auch scheisse aus, oder?

7 Comments:

Anonymous mcwinkel said...

Nö, warum denn?

Unsere derbste Hotelbar haben sie gerade in ein vermeintliches "chic" restauriert. Sah vorher geiler aus. Und die war im 12 Stock des Hotels, also ganz oben. Geile Aussicht. Und für die 8m hätte man nur die Decke leicht aufbohren müssen.

Ich bin übrigens mal in einem Tittenclub eingeschlafen. Mich reizt da irgendwie so rein gar nichts.

12:03 nachm.  
Blogger r0ssi said...

welcome back!
tabledance ist doch eher eine ami-spezialität, da stinkt das dollhouse in kölle nicht gegen an.
sehr empfehlenswert ist auch "hustler's barely legal club" auf der bourbon street in new orleans. auch mit stangenakrobatik wie im chinesischem staatszirkus.

12:52 nachm.  
Anonymous nizzo said...

wie was, die haben die astorbar in kiel umgebaut? oder meinten sie diese nicht herr winkel?

8m decken, why not? solange eine galerie herum führt!

1:31 nachm.  
Blogger romanlibbertz said...

sehr nett, aber habe ich beide gestern schon gehört, schonwieder eine art deja vu

2:49 nachm.  
Anonymous mcwinkel said...

Yo Nizzo, doch, die meinte ich!

"Die haben die Astorbar getötet!"
"Die Schweine!"

4:14 nachm.  
Blogger Natalie und Raphaela said...

Da ich mich (leider?!) mit Stripschuppen nicht wirklich auskenne steige ich einfach mal auf das Hoteldingens ein:

Ich finde nichts geiler als da einen auf seriös zu machen und sich als Frau von Welt noch einen Gute-Nacht-Cocktail nach einem harten, erfolgreichen Arbeitstag irgendwo in der Ferne, kurz vor dem Schlafengehen zu genehmigen.

Allerdings bin ich leider keine Frau von Welt sondern eine Klugscheisserstudentin, die eigentlich keine erfolgreichen Arbeitstage hat, kaum in der Welt herumchattet und der alleine bei den Cocktailpreisen schon schwindelig wird....

Trotzdem: Ich war im Oktober im Marriot Warschau im 40. Stock und das war einfach absolut geill!!!!
Ich wette, da können "Eure Stangen" (es ging einfach nicht anders) nicht mithalten!!!!

9:51 vorm.  
Anonymous Herr Kraus said...

er ist wieder da, juhu! (urlaubsvertretung war nich so dulle...)

11:16 nachm.  

Kommentar veröffentlichen

<< Home