Dienstag, März 07, 2006

Gesunde Verhätnisse


Klaro, wenn man im Schnee versinkt, viel zu lange auf der eigenen Party bleibt und dann auch noch die Augen mit unsichtbaren Streichhölzern aufhält um zu sehen, wie sich fremde Menschen Aurum-Männer hinterherwerfen, dann kann man schonmal grippig werden. Ist mir zwar nicht so richtig passiert, aber ich habe das Gefühl ich befinde mich seit zwei Tagen in einem gesundheitlichen Schwebezustand. Zwar mehr auf der guten Seite, aber irgendwie ist der Kopf ein wenig zu. Und auch der gute Roman macht sich so seine Gedanken über unser Gesundheitswesen. Dazu muss ich einmal folgendes erklären:
Ich ignoriere Schmerzen. Kleine Zipperlein, na und? Wenn ich verkatert Kopfschmerzen habe, versuche ich diese so lange es irgendwie erträglich ist NICHT mit Aspirin zu bekämpfen. Nur bei einer aufkommenden Grippe handel ich regelmässig prophylaktisch, das heisst wenn ich merke das sie am nächsten Tag ausbrechen will, nehme ich am Abend vorher "Metavirulent". Das ist das wahrscheinlich grösste Wundermittel der Welt. Stündlich 10-20 Tropfen oder so (please, read the Beipackzettel yourself!) und am nächsten Tag ist ales wie weggeblasen. Topfit kann ich mich dann wieder aus dem Bettchen schwingen. Da sag ich doch mal: 1 A mit Sternchen. Nachdem ich das schon ein paar Mal erfolgreich angewendet hatte, las ich erst das es sich dabei um ein homöopathisches Medikament handelt. Und trotzdem ich das nun weiss, funktioniert es immernoch. Also ein Meta-Placebo! Wahrscheinlich ist es auch nur der hohe Alkoholdarin, der einem vermutlich so alles aus dem Körper burnen würde, was da so nicht hingehört, ich weiss es nicht. Aber ich kann es empfehlen. Seit ca. 8 Jahren.

Schön ist auch folgendes: Am Rosenmontag war ich mit meinem Bruder in Köln unterwegs. Nach einer lustigen Party am Zug, einem halbwegs lustigen Essen bei einem Italiener (die ich, glaub ich, dadurch sehr genervt habe, das ich ihnen lautstark JEDES italienische Lied vorsang das mir in den Sinn kam...und das sind einige) und einem sehr lustigen Konzert das mein Bruder und ich den Securitys vor dem Kölner Stadtgarten gaben (Besetzung: 2 Satte und Betrunkene Jecke, eine Ukulele)...

Kurzer Erklärungsausflug: An Weiberfastnacht waren wir den ganzen Tag im Stadtgarten und es war ein wunderschönes Fest. Karneval par excellence. Wir haben lustig gefeiert, auch wenn mein Kostüm als Stehlampe (ich warte noch auf das Foto - wird selbstveständlich nachgereicht) sehr unter der steigenden Enge auf der Tanzfläche litt. Als aber dann der Keller aufgemacht wurde, wurde alles wieder gut - vor allem weil ich eine aufregende, wunderschöne und lustige Fröschin heiss und innig küsste, Platz zum tanzen war, und ich mich selbst von dem Korsett des "Come what may, du musst dein Kostüm anbehalten!" befreite. Und das alles bei freiem Eintritt! Gut, den letzten Tequila hätte ich mir vielleicht schenken sollen, aber das gehört dazu. Montag nach dem Zug dachten wir, gehen wir doch mal wieder in den Stadtgarten. Ich wusste zwar nicht noch einmal das Glück zu haben der Fröschin über den Weg zu laufen, aber vielleicht könnte man dennoch lustig feiern. Allerdings sollte es an diesem Abend 17,50 € Eintritt kosten! Hallo!?! Wir haben dann die Ukulele ausgepackt und ein Lied gefreestylet über "Bonzenkarneval". Das haben die Türsteher auch länger ausgehalten als man meinen mag, aber dann kam ihr Chef zu uns und sagte: "So, Konzert ist jetzt vorbei. Würdet ihr jetzt bitte gehen..Isch darf euch hier des Platzes verweisen, da habe isch das Rescht zu! Geht woanders nerven!" Erklärungsausflug over.

...kehrten wir noch in eine Kneipe ein, in der ich zu Kölner Zeiten aufzulegen pflegte. Da war nix, bis auffällig wenig los. Wir setzten uns an die Theke, wollten noch ein Bierchen schnabulieren und uns dann auf den Weg nach Hause machen. Stante pede wurden wir von einem Typen zugeschwallt. Er wär eh der coolste und Beste und überhaupt, wer seien wir denn, wo wären wir denn geboren, er kann uns gar nicht ernst nehmen bla bla bla. Er käme aus Leverkusen - Opladen und da sei er auch stolz drauf, kurzum: Die Scheisselaberei nahm kein Ende. Wir gingen hier und da mal drauf ein, bestätigtem ihm das er ein Würstchen sei und versuchten krampfhaft uns uns selbst zu widmen. Mein Bruder stimmte sein Instrument, weil wir dachten es wäre mal wieder an der Zeit, die "Kayjass Numero Null" zu singen. "Lass mich auch mal!", sagte Mr. Opladen 2005 und zeigte auf die Ukulele. Was kann der schon falsch machen, war unser Gedanke und gaben ihm das Instrument. Jetzt ging alles sehr schnell. Denn er rannte einfach aus dem Laden raus. Ich hinterher, aber zu spät. Abgehauen. Mit dem Teil! Wichser. Das Freigetränk auf Kosten des Hauses hat unserer Stimmung auch nicht mehr aufgeholfen. Wir waren Sauer. Was für ein Wichser! Nummer in der Kneipe hinterlassen, wenn man ihn kennen würde oder jemand der ihn kennt, bitte anrufen. Geknickt nach Hause. Super. Was für ein Abend. Die nächsten Tage verbrachte ich eigentlich hauptsächlich damit mir zu überlegen, wie man Opladen dem Erdboden gleich machen könnte. Grrrrrrrr!

Und gestern die Mail von meinem Bruder: "Übrigens: Die Ukulele ist wieder da!"

Gerade nochmal so davongekommen Bayer-Standort!

13 Comments:

Anonymous Freerk said...

und wie? also wie ist die ukulele wieder aufgetaucht?
dabei fällt mir ein: bei deinem nächsten besuch müssen wir dringend "ich möchte ein eisbär sein" auf der schwalbe nachholen! dann mit kamera, versteht sich.

12:45 nachm.  
Blogger romanlibbertz said...

Ist das die längste geschichte, die ich von dir je gelesen habe/ du gepostet hast? Respekt Herr Plattenpabst

12:46 nachm.  
Anonymous the best thing 2006 said...

Danke!

1:15 nachm.  
Anonymous der.Grob said...

na, herr nilzenburger. ihre letzten worte verletzen aber das stolze herz eines leverkuseners. wenn auch nur ein wenig. ;)

1:50 nachm.  
Blogger nilzenburger said...

es wäre ja nicht ganz leverkusen drauf gegangen. nur opladen. steht bayer nicht in opladen?

1:59 nachm.  
Blogger La Fille said...

sehr gut. homööpathie ist manchmal besser als alles andere. ich nehme das ab und an wegen meines leichten heuschnupfens. nur leider muss ich aufpassen wenn ich mit dem auto unterwegs bin *hicks*

2:03 nachm.  
Anonymous der.Grob said...

@nilz - nein. das wunderschöne bayerwerk findet man in dem teil von leverkusen, der direkt an köln grenzt. zum teil steht das bayerwerk sogar in köln. opladen gehörte bis 1981 noch nicht einmal zu leverkusen. da ich aber weder in opladen, noch im bayerwerk wohne, können sie von mir aus beides bombardieren. ^^

2:38 nachm.  
Blogger nilzenburger said...

@grob: ich hätte um ihr areal einfach einen grosszügigen bogen gemacht, das versteht sich doch von selbst. jetzt brauche ich das ja alles nicht mehr, denn das instrument wurde ja zurückgebracht. vermutlich vom bruder des diebes, der, wie mir am selben abend noch die bedienung sagte, wohl des öfteren in dem laden verweilt.

2:46 nachm.  
Anonymous der.Grob said...

gut so. meine vergeltungsmaßnahmen hätten vermutlich das ende der menschheit herbeigeführt.

2:49 nachm.  
Anonymous mcwinkel said...

Das musst Du jetzt aufklären: WIE kam die Klampfe zurück?

Schöne Geschichte(n)...

3:55 nachm.  
Anonymous glam said...

ich schwör ja auf tami flu. tami flu verleiht flügel.

4:18 nachm.  
Blogger r0ssi said...

dass der stadtgarten ein scheißteurer laden ist hatte ich in erinnerung, aber inzwischen sind die wohl völlig abgehoben. nächstes jahr kommste einfach mit auf die zülp vor unseren angestammten kiosk29 und später in die erste kneipe, in die man noch reinkommt. spart geld, aber dafür ist die erkältung sicher.

6:09 nachm.  
Anonymous Nomak said...

Wat´n Typ! Die Wendung, als Mr Ach-so-toll-und-wichtig das Ding nimmt und abhaut, hat mich schon verblüfft. Aber genau wie MC Winkel sagt:
Das Ende ist zu schnell. Es gibt auch so Filme, da ist auf einmal Happy End und es stellen sich Fragen über Fragen...Äh..naja. Also, wo kommt das Ding nu wieder her?

6:15 nachm.  

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