Sonntag, November 27, 2005

Die echteste Band der Welt.

Gestern Abend war ich auf einem Konzert (mach ich im Moment eigentlich noch etwas anderes?) im Bayerischen Rundfunk. Da war so eine Veranstaltung wo viele verschiedene Bands auftreten und es sollte nach Möglichkeit der musikalische Horizont der anwesenden Gäste um ein vielfaches erweitert werden. Diese Party ist schon immer lange im Vorraus ausverkauft und so war es auch gestern Abend proppevoll. Ich bin hingegangen um Freunde zu treffen, eine verflossene Liebe aus meinen Teenietagen und ihre Kollegin, die unter dem coolen Namen "Cobra Killer" firmieren.

Diese zwei Berlinerinnen machen euch und uns alle zur Sau. Sie übergiessen sich auf der Bühne mit Rotwein und machen eine Art...hmmm, ja was eigentlich? Electroclash ist ein überstrapazierter Begriff, der vielleicht auf solche Acts wie T.Raumschmiere oder Mia zutrifft,aber sicher nicht auf C.K. Ich finde die beiden sind am ehesten: Berlin. Und zwar echtes Berlin. Man merkt das sie in einer Stadt aufgewachsen sind, die in den letzten 10 Jahren so viel Zuzug hatte, der zum grössten Teil aus Menschen bestand, die die Vision hatten, der Metropole mal "zu zeigen wie man sie cool macht". Das schürt Wut. Und das erklärt den Sound von Gina und Anika. Rohe, echte, sexy Wut. KLar, die "cool Scene" versucht sie für sich einzunehmen, indem sie damit koketiert, das sogar Peaches (ihr wisst schon: Die kanadische Wahlberlinerin die als Grand Dame des deutschen Electro gilt, wegen ihren Achselhaaren) schon bei Cobra Killer IM VORPROGRAMM aufgetreten ist etc. etc. Googlet die Artikel, dann könnt ihr solche Anekdötchen zu Tausenden lesen. Aber darauf lassen die beiden sich nicht festlegen. Als gestern Abend vor dem Gig die Redakteurin in die Garderobe kam, um zu fragen was sie alles in ihrer Ansage sagen soll, und sie die Peaches-Nummer anschnitt, schallte ihr sofort ein rigides "Nein! Keine andere Namen in der Ansage." entgegen. Ihr könnt Cobra Killer nicht vor euren Karren spannen, für nichts. Das sie gerade mit einem Mandolinenorchester auf Tour waren bestätigt es wieder nur: Sie machen was sie wollen, ohne Rücksicht auf Verluste, und somit erklärt sich auch meine Überschrift. Check ´em out, you have to.


Nach ihrem Konzert (das sie um 4 Minuten überzogen weswegen der BR ihnen gleich, 30 Sekunden nach Zeitüberschreitung den Saft abdrehte - was sie nicht aufhielt) gingen wir dann noch alle in den anderen Saal zum Auftritt von Deichkind. Und was soll ich sagen: Grossartige Show! Ein Konzert mit erstklassigem Entertainmentpotenzial. Wenn die noch mal kommen, gehen wir da alle zusammen hin, ja?

1 Comments:

Blogger Dr Sno* said...

Oh la ... Deichkind - sehr fein!

12:17 nachm.  

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