Mittwoch, August 03, 2005

We all live in a Yellow Submarine

UUUuuuuaaahhh...Internetcafes sind spooky..Ich sitze gerade in einem der bei mir äusserst beliebten Marke "Easy Internet" direkt gegenüber vom Münchener Hauptbahnhof und ich finde es immer so ein bischen scary. Das Ding ist: Ich habe gerade viel Zeit, nicht weil ich Semesterferien habe, sondern weil gegen 14.30 meine Lady am Bahnhof ankommt und ich muss mir jetzt die Zeit vertreiben, weil ich nun schon mal hier bin. "Aber Nilz", werdet ihr fragen, "warum bist du denn schon gegen 20 nach 1 am Bahnhof, wenn sie erst um 14.30 ankommt? Da hättest du doch noch zu Hause bleiben können und einen der 397623578964 Filme gucken können, die du dir gestern geholt hast!" Ihr habt ja recht, aber ich dachte, ich könnte vorher noch ins Kino gehen. Also spazierte ich ins Mathäser und das einzige was ich mir zeitlich hätte leisten können, wäre "Siegfried" gewesen.


Also doch nicht ins Kino.

Jetzt habe ich aber keine Lust wieder nach Hause zu fahren und dann wieder hierhin und dann wieder nach Hause und dann wieder....und so weiter und so fort. Das könnt ihr ja wohl verstehen, oder? Gerade eben war ich noch in der Spielhalle und nach einem kleinen Ründchen Out Run 2 habe ich dann noch Space Invaders gezockt. Am Automaten! Geiles Old School Feeling. Aber die Typen da sind irgendwie noch unheimlicher als hier. Obwohl...hinter mir fängt gerade einer an zu heulen. Wahrscheinlich hat seine Freundin per E-Mail mit ihm Schluss gemacht, und dabei hatte er es doch nicht persönlich gemeint, als er sagte, daß er eine Rucksacktour durch Europa alleine machen wolle. Er dachte ihre ach-noch-so-junge-und-frische-liebe würde das aushalten, aber sie hat in seiner Abwesenheit lieber Vorlieb mit dem Quaterback genommen. Sie will halt noch mal was erleben bevor das College los geht. Aber das kann und will er nicht verstehen. Natürlich hätte er sie auch gerne dabei gehabt, aber er hatte es ja schon längst gebucht, bevor sie zusammen kamen und für eine stornierung hätte er um die 60% des Reisepreises bezahlen müssen, also hat der die Reise lieber doch gemacht. Sie hat ihn sogar noch zum Flughafen gefahren und ihm einen kleinen Kuschelspongebob geschenkt, der ihn immer an sie erinnern solle.

Jetzt würde er der Puppe am liebsten ihre dämlichen Grinseaugen rausreissen, den gelben billigen Plastikstoff verbrennen und das scheiss Teil loswerden, aber so einfach ist es nicht. Klar, er könnte es in die nächste Mülltonne kloppen, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht, wenn er zurück kommt und sie sieht, wie sehr er auf die Puppe aufgepasst hat, vielleicht wird ihr dann klar was sie für einen riesen Fehler gemacht hat, und sie nimmt ihn zurück. Für ihn wäre das kein Problem, so einen hirnlosen Quaterback kann man doch schnell verzeihen.

Aber für die nächsten 2 einhalb Wochen sitzt er hier noch fest. In Europa. Morgen gehts nach Prag, von da aus nach Paris und dann nach Rom. Wer hat sich diese Zick-Zack-Route nur ausgedacht....ah, es ist zum durchdrehen, jetzt denkt er schon extra an so etwas belangloses wie Reiseplanung nur um sich abzulenken. Was sind das für komische Mechanismen im Hirn, die einen dazu bringen in den traurigsten Situationen sich mit Scheisse aufzuhalten? So kann es nicht weitergehen. Er hat diese Reise jetzt gefälligst zu geniessen, was kümmert ihn da diese doofe Abschlussballkönigin. Die hat doch keine Ahnung was wirklich wichtig im Leben ist. Nur Party und Sex im Kopf, bah, wie oberflächlich. Er interessiert sich für Kultur! Für Geschichte! Er interessiert sich für alles!


Vielleicht hätte er doch mal mit ihr ficken sollen.


Soll ich jetzt mal rübergehen und ihn trösten? Nein, nein, nicht das der durchdreht oder mich zuschwallt. Oder ich womöglich mit all meinen Vermutungen noch recht habe, das wäre mir doch eindeutig zu unheimlich. Ich check jetzt nochmal meine Mails und dann gehe ich zu Burger King. Die Zeit kriegen wir schon totgeschlagen.

1 Comments:

Blogger romanlibbertz said...

Lieber Nilz ,
mit Schrecken habe ich Deinen blogistischen Hilferuf empfangen. Du befindest Dich allem Anschein nach in einem sehr kritischen Zustand. Alles was in deinem tiefsten Innern vor sich geht, produzierst Du bildlich vor deinen Augen.
Erstens mein lieber Freund hast Du zur Zeit keine Lady. So leid es mir tut, aber Du bist Single, und wirst es wohl immer bleiben!
Den heulenden Typen, den Du angeblich gesehen hast, ist nichts weiter als der "kleine Nilz" zur Schulzeit damals in Köln. Das einschneidende Erlebnis, als die gertenschlanke Schülersprecherin Petra Dir in der zehnten Klasse eröffnete, dass sie nicht mehr mit Dir gehen wollte, ist immernoch in deinem Unterbewußtsein. Es war auch keineswegs ein Quaterback, der Dir die geliebte Frau mit dem Pferdeschwanz wegschnappte, sondern Klaus der Mannschaftkaptitän der B-Jugendmachschaft vom 1.FC Hardtberg. Bitte errinnere Dich!
Ich sehe mit Schrecken, dass Du diese Zeit wieder durchmachst und hoffe, dass "Burger King" kein Codewort für verbotene Substanzen ist.
Bitte schreib mir doch und wir können in meinem Büro in der Hohenzollernstr.9 einen Termin ausmachen.
Bis dahin,
paß auf Dich auf mein Freund,
dein Dr. Rommel

3:59 nachm.  

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